Qualität in der Elternbildung

Die Ansprüche und Erwartungen an die Elternbildung aus verschiedenen Perspektiven betrachten und in die Angebote überführen - auch das gehört zum Fachbereich

"Qualität in der Elternbildung bedeutet für mich vor allem, dass meine Bedürfnisse als berufstätiger Vater berücksichtigt werden. Im Moment ist mir zum Beispiel sehr wichtig, dass ich die Zeit für einen Kurs flexibel auswählen kann. Ich erwarte zudem, dass die Inhalte fachlich auf einem hohen Niveau sind und ansprechend vermittelt werden."

Bernhard Grämiger, Vater und Direktor des schweizerischen Verbandes für Weiterbildung SVEB

Qualität - ein zentrales Thema der Elternbildung

Anforderungen an eine professionelle Elternbildung bestehen auf verschiedenen Ebenen:

  • Eltern möchten sicher sein, dass sie sich auf die Qualität von Inhalt und Durchführung der Elternbildungsveranstaltung verlassen können.
  • Anbieter/-innen & Veranstalter/-innen brauchen qualifizierte Fachpersonen, damit sie ein qualitätiv tragfähiges Elternbildungs-Programm zusammenstellen können.
  • Elternbildner/-innen und Fachpersonen in der Elternbildung weisen für das Fachgebiet relevante Ausbildungen und Erfahrungen aus und bilden sich selbst stetig weiter.
  • Elternbildung CH  unterstützt die Entwicklung professioneller Elternbildung und seine Mitglieder mit fundierten Informationen, Kreativität und Innovationen.
  • Gesellschaft & Politik vertrauen auf die professionelle Unterstützung von Eltern.

Um die verschiedenen Qualitätsansprüche in der Elternbildung stetig zu erfassen und umzusetzen, braucht es verschiedene Akteur/-innen.

Ebene Elternbildner/-in, Fachperson in der Elternbildung

Nicht jede Fachperson, welche mit oder für Eltern arbeitet, ist dadurch automatisch eine Elternbildnerin oder ein Elternbildner. Der Begriff „Elternbildner/Elternbildnerin“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Als „Elternbildner/-in Elternbildung CH“ darf sich bezeichnen, wer über ein entsprechendes Zertifikat von Elternbildung CH verfügt.

Um den qualitativen Ansprüchen von Eltern und professioneller Elternbildung zu genügen, erfüllt ein(e) Elternbildner/-in über verschiedene fachliche Anforderungen, z.B.:

  • Ausbildung auf Sekundarstufe II oder einem Äquivalent, das für die Bildungsarbeit mit Eltern befähigt
  • didaktisches und methodisches Wissen und Kompetenzen der Erwachsenenbildung (SVEB 1 oder Fachausweis)
  • Grundlagenwissen der Entwicklungspsychologie und den Grundbedürfnissen von Kindern und Jugendlichen
  • Grundlagenwissen der Familiensoziologie und den Herausforderungen des Familienalltags
  • besucht regelmässig für den Fachbereich relevante Aus- und Weiterbildungen
  • reflektiert die eigene Arbeit mit Hilfe von Supervision und Intervision

Elternbildner/-innen und Fachpersonen in der Elternbildung verfügen meist über ein spezielles Fachgebiet (z.B. Kommunikation in der Familie) in dem sie entsprechende Weiterbildungen für Eltern konzipieren und durchführen. Sie evaluieren ihr Angebot regelmässig mit sachgerechten Verfahren. Elternbildnerinnen und Elternbildner anerkennen die europäische Menschenrechtskonvention EMRK sowie die UN Kinderrechtskonvention.

Qualität auf Ebene Anbieter/-innen und Verantstalter/-innen von Elternbildung

Anbieter/-innen und Veranstalter/-innen von Elternbildung sind in der Schweiz ganz unterschiedlich organisiert. Vielerorts kümmern sich kantonale Koordinationsstellen um die Organisation der Elternbildung. Daneben existieren viele nationale Organisationen sowie kleinere und grössere regionale und kantonale Anbieter/innen, welche Elternbildungsangebote koordinieren und durchführen. Während grössere Organisationen sowie kantonale Koordinationsstellen Elternbildner/-innen und Referent/-innen für die Durchführung der Elternbildungsveranstaltungen verpflichten, führen kleinere Organisationen die Angebote oft mit eigenem Personal durch.

In Fragen der Qualitätssicherung sind sie herausgefordert, ansprechende und zeitgemässe Elternbildungsprogramme zusammenzustellen, qualifiziertes Personal dafür zu finden und die Qualität der Veranstaltung zu gewährleisten.

 

Um den qualitativen Ansprüchen von Eltern und professioneller Elternbildung zu genügen, erfüllt die Organisation verschiedene Kriterien, z.B.: (Anlehnung an Dossier Q-Label 2000)

  • sie lanciert Angebote, die den vielschichtigen Bedürfnissen von Eltern entgegenkommt und den Bedarf an Elternbildung befriedigt
  • sie stellt ihre Angebote und Leitideen transparent dar
  • sie wählt den Veranstaltungsort und der Art des Angebotes bewusst
  • sie verpflichtet Elternbildner/-innen und anderen Fachpersonen, welche die fachlichen Anforderungen für die Elternbildung erfüllen
  • sie evaluiert die Angebote und deren Durchführung regelmässig
  • sie fördert die fachliche Entwicklung der Elternbildner/-innen
  • Bewusstsein für Qualitätssicherung und -entwicklung

Elternbildungssettings und Erreichbarkeit von Eltern - eine Innovationsstudie im Auftrag von Elternbildung CH

Die heutige Gesellschaft ist komplex. Entsprechend komplex ist die Situation von Eltern und Familien. Umso wichtiger ist es , dass Eltern ihr Elternsein lernen können. Doch welche Bedürfnisse in Bezug auf Elternbildung haben Mütter und Väter heute? Die Berner Fachhochschule BFH hat dies im Auftrag von Elternbildung CH untersucht.

Im Rahmen der Studie wurden Mütter und Väter aus allen Landesteilen hinsichtlich ihrer Bedürfnisse und Erwartungen an Elternbildung explorativ befragt. Dabei wurden mittels einer systematischen Literaturrecherche unter anderem gegenwärtige Familienstrukturen und Prognosen zum familialen Wandel in der Schweiz erkundet. Die Studienleitenden haben mit innovativen Peer-Elterntreffen auch eine neue Form der Elternbildung erprobt und ausgewertet. Aus den Befunden haben sie Thesen und Empfehlungen für die Elternbildung formuliert und durch Expert:innen valorisiert.

Die nun vorliegende Innovationsstudie stellt fundierte Reflexionsanstösse für die Weiter- und Neuentwicklung sowie eine breite Grundlage für Innovationen von Elternbildungsangeboten in der Schweiz zur Verfügung.

Medienmitteilung 20.1.2022 Schlussbericht Elternbildungsstudie

Qualität auf Ebene Elternbildung CH

Ebene Elternbildung CH

Elternbildung CH als nationaler Dach- und Fachverband für professionelle Elternbildung ist die einzige Organisation, welche sich übergeordneten Themen der Qualitätssicherung, Förderung und Entwicklung der Elternbildung widmet. Die Massnahmen der Qualitätssicherung orientieren sich den an normativen (Leitbild, Statuten, Konzepte), strategischen (Entwicklungsschwerpunkte, Projekte, Programme) und operativen (Aktivitäten, Budget)

 

Im Bewusstsein darüber, dass Qualität in der Elternbildung kontinuierlich erarbeitet und erhalten werden muss, erfüllt Elternbildung CH unter anderem folgende Kriterien:

  • Überprüfung und Anpassung des eigenen Selbst- und Elternbildungsverständnisses
  • Sensitivität für die unterschiedlichen Qualitätsansprüche der Aufgaben des Dach- und des Fachverbandes
  • hohes Verantwortungsbewusstsein für formal—übergreifende  sowie materiell-operative  Aufgaben und deren Umsetzung
  • Kontakt und Austausch mit den verschiedenen Anspruchsgruppen
  • hohe Sensitivität für Veränderungen in der Gesellschaft und im Feld der Elternbildung
  • Monitoring der Veränderungen der Wissensgrundlagen der Elternbildung und Diskussion der Auswirkungen
  • stetige Reflexion der eigenen Position, Wertelegitimierung und Qualitätsverständnisses
  • Verpflichtung von Angestellten, welche die fachlichen Anforderungen für das Feld der Elternbildung erfüllen

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