Wozu braucht es Elternbildung?

Weiterbildung für Eltern, braucht es das tatsächlich? Kann man das nicht einfach intuitiv mit etwas gesundem Menschenverstand?

Gute Gründe für die Elternbildung.

Mutter werden, Vater werden - das Leben als Familie miteinander gestalten. Eltern unterstützen und fördern von Anfang an die kognitive, emotionale, soziale und körperliche Entwicklung ihrer Kinder, damit sie zu eigenständigen und verantwortungsvollen Erwachsenen werden, die ihr Leben selbständig bewältigen können.
Auf diese spezifischen, für die Kinder als auch die Gesellschaft wichtigen Aufgaben werden Eltern jedoch kaum vorbereitet. Eltern werden und sein steht somit im direkten Widerspruch zu den Anforderungen und Erwartungen, die an sie und die Kinder gestellt werden.


Um das eigene Kind in seiner Entwicklung altersgerecht zu begleiten und die Beziehungen innerhalb der Familie wertschätzend zu gestalten, brauchen Eltern umfassende Fähigkeiten und Kompetenzen sowie komplexes Wissen.
Dafür bringen Eltern bereits spezifische Ressourcen, zum Beispiel aus der eigenen Herkunftsfamilie mit: Sie ahmen nach, was sie selber als Kind erlebt haben und lernen im Alltag kontinuierlich in einem „learning by doing“ dazu. Sie lesen Erziehungs- und Kommunikationsratgeber.
Diese Ressourcen allein werden dem anspruchsvollen Familienalltag und herausfordernden Erziehungssituationen oft nicht gerecht. In solchen Situationen bietet Elternbildung einen entscheidenden Schritt zur Weiterentwicklung der Erziehungskompetenzen. Sie baut auf den eigenen elterlichen Fähigkeiten auf und richtet den Blick auf die individuell anstehenden Familienaufgaben.

«Seit ich den STEP-Kurs besucht habe, habe ich viel mehr Luft in meinem Alltag mit meinen Kindern. Mehr Luft zum Atmen, mehr Luft zum Entspannen. Ich habe viel mehr Luft zum Überlegen, bevor ich handle. Deshalb ist in meiner Familie viel mehr Ruhe, Gelassenheit, Entspannung und Kooperationsbereitschaft eingezogen. Ich bin fairer, ausgeglichener und nahbarer geworden für meine Kinder.“

Sabine Hümbeli, Mutter


Elternbildung bietet dafür konkrete Hilfen, um sich im Erziehungsalltag, aber auch in herausfordernden Situationen und Konflikten sicherer zu fühlen. Gemeinsam mit anderen Eltern werden Möglichkeiten im Umgang mit den Kindern besprochen und Formen der Erziehung und der Beziehungsgestaltung in der Familie entwickelt. Dabei reflektieren die Mütter und Väter ihr Erziehungshandeln, ihre eigenen Erfahrungen und Werte und versuchen diese in Einklang mit den Bedürfnissen ihrer Familie zu bringen.

Elternbildung wirkt

Untersuchen beschreiben die Wirksamkeit von Elternbildung und von in der Elternbildung angewandten Methoden und Programmen. Mütter und Väter, die Elternbildung in Anspruch nehmen, zeigen nicht nur in erziehungsbezogenen Fertigkeiten und Einstellungen Verbesserungen, sondern auch in ihrem Erleben der Erziehungssituation. Sie fühlen sich zum Beispiel den Anforderungen des Erziehungsalltags besser gewachsen und erleben ihre Erziehungsaufgaben als weniger belastend. Insgesamt fühlen sich Eltern stabiler.

Das wirkt sich auch auf die Entwicklung der Kinder aus: Elternbildung eignet sich als Präventions- und Interventionshandeln zur frühzeitigen Unterstützung förderlicher Erziehung und zur Vermeidung von ungünstigen Entwicklungen.

Elternbildung: Für Eltern zum Wohl der Kinder.

Elternbildung hilft Müttern und Vätern dabei

  • ihre Erziehungsaufgaben zu erkennen und zu reflektieren
  • eine entwicklungsfördernde Haltung zu erwerben
  • die eigene Beziehung zum Kind aktiv zu gestalten
  • die eigenen Erziehungsmethoden zu überdenken und zu entwickeln
  • sich und die eigenen Kinder besser zu verstehen
  • die eigene Familie als Gemeinschaft zu verstehen, die von der Anzahl und Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen abhängig ist
  • im Austausch mit anderen Eltern Erkenntnisse für die eigene Familie zu gewinnen

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