Werte und Haltung

Werte und Haltung als zentrale Elemente von Professionalität

Wir definieren Elternbildung als umfassendes Bildungsangebot für alle Phasen des Familienlebens für alle gelebten Formen von Familie. Jede Familie hat andere Bedürfnisse und Fragen und bringen ganz unterschiedliche Ressourcen mit. So gestalten sich auch die Lernprozesse immer wieder anders. Im Zentrum stehen jedoch immer Fragen rund um die Gestaltung der Beziehungen innerhalb der Familie und damit verbunden der Erziehung der Kinder im Familienalltag - damit sich Kinder und Jugendliche gesund entwickeln und entfalten können.

Genauso vielfältig wie die Familien, ist auch die Elternbildung. Auch die Elternbildner/-innen bringen die unterschiedlichsten Ressourcen mit. Dabei ist es wichtig, durch eine gemeinsame Haltung einen professionellen Zugang zur Elternbildung zu erhalten.

Mütter und Väter, die an einer Elternbildungs-Veranstaltung teilnehmen, möchten ihre Erziehungskompetenzen erweitern und diese im Familienalltag umsetzen können.

Die Haltung, welche in der Elternbildung gepflegt wird, trägt entscheidend zur Unterstützung der Eltern und deren Lernerfolg bei.

Wertschätzung

Eltern stehen grossen Anforderungen gegenüber und haben grosse Herausforderungen zu bewältigen. Eine wertschätzende Haltung würdigt das, was die Eltern bisher im Familienalltag geleistet haben und das, was versucht und noch nicht ganz geklappt hat. Die Anerkennung ist eine wesentliche Voraussetzung für Veränderungsprozesse und eine vertrauensvolle Beziehungsgestaltung mit den Eltern.

Akzeptanz

Eltern wollen das Beste für ihre Kinder und tun das aus ihrer Situation heraus mit dem, was ihnen dazu zur Verfügung steht. Dieses Verständnis, ein ressourcenorientierter Blick und eine grosse Offenheit dem Bild von Familie und Elternsein gegenüber ermöglicht es den Eltern, sich in der Elternbildung angenommen und akzeptiert zu fühlen.

Interesse

Für Eltern ist es manchmal schwierig, wenn Fachleute immer alles „wissen“ und ihnen sagen, was sie in der Erziehung ihrer Kinder zu tun haben. Oder, sie fühlen sich nicht ernst genommen, wenn eine herausfordernde Situation mit den Kindern als „Phase, die dann vorbei geht“ bezeichnet wird. Mit Interesse die Haltung eines „Nicht-wissenden“ einzunehmen und einfühlsam nach dem individuellen Erleben der Mutter, des Vaters zu fragen, stärkt die wertschätzende Beziehung und fördert den didaktischen Erfolg.

Anerkennung & Ermutigung

Anerkennung der Bemühungen und Leistungen von Eltern, stets einen Blick auf noch so kleine  Fortschritte zu werfen stärkt die Selbstwirksamkeitserfahrung und somit die Motivation der Eltern. Insbesondere Eltern, die schon „alles probiert haben“ fühlen sich ermutigt, einzelne Situationen nochmals genauer anzuschauen.

Respekt

Viele Eltern haben hohe Erwartungen an sich selber und manche schämen sich, wenn sie Unterstützung in Anspruch nehmen. Echtes Verständnis, eine Begegnung auf Augenhöhe sowie ein respektvoller und sorgfältiger Umgang mit der individuellen Geschichte, den persönlichen Erfahrungen und Werten der Mütter und Väter ist die Grundlage jeden gemeinsamen Lernens.

Vertrauen

Elternbildung ist eine Vertrauensbeziehung, die durch Zugewandtheit, Offenheit und Gegenseitigkeit geprägt ist. Es besteht ein interesseloses Interesse daran, Eltern (in ihrer Erziehungskompetenz) zu stärken und ihren individuellen Weiterbildungsbedürfnisse gerecht zu werden. Elternbildung ist ein sensibler Veränderungsprozess, der frei von Machtgefüge und Moralismus ist. Die Menschen- und Kinderrechte werden konsequent umgesetzt.

Gelassenheit

Eltern wollen sie sich in ihren Fähigkeiten weiterentwickeln. Dafür bringen alle Eltern die entsprechenden Ressourcen mit. Eine Elternbildung, die von defizitorientiertem Denken Abstand nimmt, kann die Neugierde der Eltern, ihre Ressourcen zu entdecken und sich selber weiter zu entwickeln, befeuern (begünstigen).

Lernpartnerschaft

Der Lernbedarf von Eltern entsteht und das erfolgreiche Lernen erfüllt sich im Kontext der Familie. Eltern lernen ihr Elternsein in einem transformativen Lernprozess mit verschiedenen Lernfeldern in verschiedenen Lernsettings. Elternbildung ist eines davon. Es besteht eine Lehr-, Lernsituation, die auf Gegenseitigkeit beruht, im Sinne der Ermöglichungsdidaktik.

Haltung in der Elternbildung

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