Dieses Honorar bin ich mir als Elternbildnerin wert

Kennst du diese Situation: Du wirst für eine Eltern- Veranstaltung angefragt und das dafür vorgeschlagene Honorar ist zu tief? Und jetzt?

Wie habe ich mich gefreut über diese Mail! Eine Anfrage von einem grösseren Elternverein, der mich, genau mich, für die Durchführung eines Elternkurses buchen wollten: Sie hätten gehört, ich sei sehr kompetent und genau die richtige Person für dieses Thema.

Ich fühlte mich geschmeichelt und schrieb zurück, dass das Interesse auch von meiner Seite her besteht und mir der vorgeschlagene Termin passt. Mails gingen hin und her. Ich habe eine Offerte geschickt mit Thema, Ziel, groben Ablauf und Preis, damit alles Wichtige notiert ist.


Bis zur geplanten Veranstaltung blieb nicht viel Zeit und ich habe mich an die Arbeit gemacht. Das Thema musste frisch aufbereitet werden. Das bedeutet: recherchieren, einlesen, auswählen, passend formulieren. Danach Ziele definieren und Feinplanung mit didaktischem Vorgehen, Methoden festlegen, diese ausarbeiten und vorbereiten; Flipcharts schreiben und zeichnen, Power Point Präsentation vorbereiten.
Auch die Hin- und Rückreise will geplant sein. Genügend Zeit einberechnen, um mich vor Ort einzurichten, Technik zum Laufen zu bringen, Flipcharts aufhängen, Material und die Unterlagen für die teilnehmenden Mütter und Väter bereitlegen.

Einige Tage später kam eine neue Mail:

Ihre Offerte hat uns überrascht. Bis jetzt waren andere Elternbildner:innen günstiger. Es ist uns wichtig, preislich alle gleich zu behandeln."

Anbieterin von Elternbildung, Kontaktperson


Ich war perplex! Es ist mir schon bewusst, dass viele Veranstalter:innen von Elternbildung knappe finanzielle Ressourcen haben. Jedoch, das fand ich nun doch etwas erniedrigend.

So wie mir geht es vielen Elternbildner:innen.


Der Wert meiner Facharbeit
Jetzt war ich gefordert. Einerseits wollte ich diesen Auftrag und andererseits wollte ich meine Arbeit auch nicht unter einem angemessenen Preis verkaufen. Drei Tage habe ich das mit mir rumgeschleppt und dann der verantwortlichen Person geschrieben, ob wir das telefonisch besprechen können. Ich hatte mir vorgenommen, mir treu zu bleiben und nicht nachzugeben. Mein Wissen und meine Arbeit haben einen Wert und ich finanziere mein Leben damit.

Mit dem Risiko, den Auftrag nun doch nicht zu erhalten, ging ich in das Gespräch. Ich erklärte nochmals, wie sich mein Honorar zusammensetzt. Es war ein gutes Gespräch und die Verantwortliche hat mein Angebot angenommen.



Qualität hat ihren Preis
Die Auswahl an Elternbildner:innen und Fachpersonen in der Elternbildung ist gross. Jedoch hat Qualität ihren verdienten Preis.Elternbildner:in sein ist kein Hobby aus Spass so nebenbei. Es ist eine berufliche Tätigkeit mit einer wichtigen und sinnstiftenden Aufgabe, die eine fundierte, vielseitige Ausbildung verlangt.
 

"Kennst du den Preis für deine Facharbeit? Was bist du dir mit deinem Wissen und Background wert?"

 

Katja Stäheli, Mitarbeiterin Elternbildung CH

Hast du es schon gesehen: Die Mitglieder von Elternbildung CH haben mit einem klaren „Ja“ der Anpassung der Honorarempfehlungen für die Elternbildung zugestimmt.
Damit bekommt deine und meine Arbeit in der Erwachsenenbildung den Wert, die sie verdient.

Katja Stäheli

 

 

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