Mit Hoffnung ins neue Jahr!

Während sich das Jahr 2023 langsam verabschiedet, haben gute Wünsche und Hoffnung für das neue Jahr "Hochkonjunktur". Gibt es Grund zu hoffen?

 

Weihnachten steht vor der Tür - das Jahr 2023 neigt sich seinem Ende zu. "Endlich!" scheinen nicht wenige zu denken. 2023 - das Jahr, in dem das Wort "Krisenmodus" in Deutschland und das Wort "Monsterbank" in der Schweiz zu den Worten des Jahres gewählt wurden.
Es ist daher kaum verwunderlich, erwarten viele Menschen hoffnungsvoll das neue Jahr: Neues Jahr, neues Glück!?

Eine frohe Hoffnung ist mehr wert als zehn trockene Wirklichkeiten.“

Franz Grillparzer, Österreichischer Schriftsteller, 1791-1872

Was unterscheidet Hoffnung von positiver Erwartung, Wunsch und Optimismus?
Definitionen von Hoffnung fallen je nach Perspektive unterschiedlich aus. Dabei steht vor allem die Motivation im Zentrum: Für die einen ist Hoffnung eine passive Haltung, die auf eine positive Veränderung und Hilfe von aussen wartet. Für andere stellt Hoffnung die Selbstkompetenz dar, sich unter grosser Anstrengung für die Erfüllung seiner Hoffnung zu engagieren. 
Nicht nur verschiedene Fachdisziplinen betrachten Hoffnung divers, sondern auch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen (z.B. nach Alter oder Geschlecht). 

Im Kern sind sich die verschiedenen Betrachtungsweisen jedoch einig, dass Hoffnung

  • ein positiver Begriff ist
  • der sich auf eine bessere Zukunft ausrichtet und
  • für den hoffenden Menschen durchaus realistisch, jedoch von geringer Eintreffenswahrscheinlichkeit ist und einer grossen Anstrengung oder Hilfe von aussen bedarf

 

Worauf hoffen wir in der Schweiz und wo finden wir Hoffnung?
Das Hoffnungsbarometer 2023 zeigte, dass die Umfrage-Teilnehmenden auf eine grünere und harmonischere Gesellschaft hoffen, in der Zusammenhalt, Gemeinschaft und Familie eine grössere Rolle spielen. Die Hoffnung auf Frieden in der Welt und eine bessere Zukunft zeigte sich genauso wie die persönliche Hoffnung auf Gesundheit, ein harmonisches Leben mit guten sozialen Beziehungen zu Familie und Freunden und eine sinnvolle Aufgabe im Leben.

Die bedeutsamsten Quellen der Hoffnung finden die Teilnehmenden in der Beziehung zur Natur, in sozialen Beziehungen, den eigenen persönlichen Fähigkeiten und Motivation sowie in gegenseitiger Hilfsbereitschaft.

Wie sähe das Hoffnungsbaromenter der Elternbildung aus?
In einem herausfordernden Umfeld, in dem Elternbildung noch nicht die Anerkennung und Unterstützung geniesst, die sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen Relevanz verdient und benötigt, erleben wir Elternbildner:innen und Anbieter:innen von Elternbildung, die sich trotz unzulänglicher Ressourcen für die Elternbildung einsetzen, Elternbildungsveranstaltungen und Elternbildungstage mit grossem Einsatz und ehrenamtlich realisieren.
Wir erleben jedoch auch Elternbildner:innen, die sich enttäuscht und erschöpft aus ihrem Einsatz zur Förderung der Erziehungskompetenzen zurückziehen oder kurz davorstehen.


In den verschiedenen Austausch-Gefässen und Gesprächen mit Elternbildner:innen und Elternbildungs-Organisationen wurden immer wieder Hoffnungen und Wünsche geäussert. Der meistgenannte Wunsch nach mehr Anerkennung und Visibilität mündet in den Wunsch, adäquate zur Verfügung stehende finanzielle und personale Ressourcen zu erhalten. Ressourcen, die es ermöglichen, die Elternbildung aufzubauen, die Qualität zu sichern, zu entwickeln und in die Erreichbarkeit der Eltern zu investieren. Ressourcen, damit wir die Eltern in der Schweiz nicht allein lassen und sie in ihrer Erziehungsaufgabe unterstützen können.

Immer wieder hören wir auch von der wichtigen Rolle, die Elternbildung CH für die kantonalen Elternbildungsstellen und Elternbildungs-Organisationen einnimmt: Unser Engagement für die Entwicklung der Elternbildung und unsere Vernetzungsarbeit wird geschätzt. Wir hören, wie wichtig es ist, dass die Fäden aus allen Landesteilen bei uns zusammenfinden und wir so die Interessen der Elternbildung in der Schweiz besser vertreten können.


Und worauf hofft die Elternbildung? Wir hoffen aktiv auf nichts Geringeres als auf eine Gesellschaft, welche die Beziehungs- und Erziehungsleistungen von Eltern anerkennt und, gemessen an der erheblichen Bedeutung für die Gesellschaft, alles daransetzt, eine gelingende Erziehung und damit die damit verbundene Förderung der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit allen Mitteln zu unterstützen und zu fördern.

 

Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen gute Gesundheit, inspirierende Begegnungen, Mut und Kraft, sich weiterhin für das, was Ihnen wertvoll und sinnvoll erscheint, einzusetzen.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen, die mit Elternbildung CH ein Stück des Weges gegangen sind und hoffe, mit Ihnen diesen Weg auch im neuen Jahr fortsetzen zu dürfen. Besonderer Dank und Wertschätzung gilt unseren Co-Präsident:innen Danca Zurbriggen-Lehner und Nik Gugger sowie dem gesamten Vorstand für sein ehrenamtliches Engagement und insbesondere den Mitarbeitenden von Elternbildung CH.

Daniela Melone
 

 

Quellen:

 

Lesetipp:

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