Erziehungsweisheiten – leiten sie Eltern in die Irre? 2. Teil

Erziehen ist keine Aufgabe, die nur innerhalb der eigenen vier Wände stattfindet. Elternsein – ob als Mutter oder Vater – hat eine gesellschaftliche Bedeutung, die weit über die Familie hinausgeht. Es geht darum, Kinder sicher und gut durchs Leben zu begleiten – eine Aufgabe mit großem Einfluss.

„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, „Ordnung muss sein“, „Ohne Strafe geht es nicht“. Solche Sprüche stecken voller Erziehungsmythen, die unser Verhalten als Eltern prägen – oft mehr, als wir glauben, und manchmal anders, als wir es wollen.
Generationen ändern sich, aber diese Sprüche bleiben. Doch wie viel Wahrheit steckt wirklich dahinter?

Wie soll man also „alles richtig machen“? Seit jeher versuchen Erwachsene – bewusst oder unbewusst – das „Geheimnis der perfekten Erziehung“ zu finden. Diese Suche hat in jeder Kultur Erziehungsmythen hervorgebracht.
Hier kommt der zweite Teil zu diesen prägenden „Glaubenssätzen“:
 

„Es gibt keine richtige Erziehung“
Ich würde sagen: Heute gibt es in unserer vielfältigen Gesellschaft keinen Konsens mehr darüber, was „gute Erziehung“ ist. Früher war das einfacher: Kinder wurden wie leere Gefäße gesehen, die man mit Regeln und Anweisungen „füllen“ musste – zum Beispiel Gehorsam durch Strenge und Autorität. Solche klaren Vorstellungen sind heute seltener. Für Eltern heißt das: Sie müssen mehr hinterfragen, nachdenken und ihren eigenen Weg finden. Das sorgt oft für Unsicherheit.
Ein zentraler Punkt für alle Eltern? Ja, es gibt sogenannte „Meta-Werte“, an denen sich jede Erziehung orientieren sollte, etwa Gewaltfreiheit.
Eines bleibt klar: Alle Kinder haben die gleichen psychologischen Grundbedürfnisse. Sicherheit, Anerkennung, Wertschätzung und Orientierung sind essenziell – und das gilt auch für die Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Es gibt also nicht „die eine richtige Methode“, aber gemeinsame Werte und Ziele, die Kindern helfen, sich gesund zu entwickeln – persönlich und gesellschaftlich.
 

„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“
Viele Erwachsene leben nach diesem Motto, weil sie selbst so erzogen wurden. Deshalb sagen sie oft zu ihren Kindern: „Erst die Hausaufgaben, dann darfst du spielen.“ Doch diese strikte Haltung kann problematisch sein.
Sie vermittelt, dass Arbeit keinen Spaß machen kann und immer das Gegenteil von Freude ist. Eine sinnvollere Erziehung könnte darin bestehen, Kindern zu zeigen, dass Arbeit und Lernen auch Freude bereiten können – etwa beim Sport, wenn man durch Übung besser wird, oder wenn man beim Lernen etwas Neues entdeckt.
Muss man also immer alles erledigen, bevor man eine Pause machen darf? Diese Einstellung führt bei vielen Erwachsenen zu Überlastung. Die bessere Lösung ist ein gesunder Mittelweg.
 

„Ordnung ist das halbe Leben“
Früher war Ordnung ein absolutes Muss – ob in der Schule, zu Hause oder bei alltäglichen Aufgaben. Es galt: „Alles an seinem Platz!“ Flexibilität oder Kreativität  - mit entsprechend chaotischer Ordnung - hatten da wenig Raum.
Heute hat sich vieles verändert. Der Fokus liegt auf der individuellen Entwicklung jedes Kindes. Was als „ordentlich“ gilt, sieht für jeden anders aus – und das kann in Familien zu Konflikten führen. Wichtig ist, dass man miteinander redet, sich respektiert und tolerant ist.
Beim Thema Aufräumen heißt das: Kompromisse finden und sicherstellen, dass sich alle wohlfühlen.

 

Der Originalbeitrag von Jorge Montoya-Romani ist am 11. Juni 2024 im französischen Elternbildungs-Blog erschienen. Der Beitrag wurde von ChatGPT und Daniela Melone übersetzt und angepasst.
Hier lesen Sie den ersten Teil zum Thema «Erziehungsmythen»

 

 

Bild: Dontstop auf Canva

 

 

 

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